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Großmann: „erfolgreiches Abschalten“

Aktivist_innen der Kampagne „RWE abschalten“ begrüßen außerordentlich die überraschende Stellungnahme des Vorstandschefs Jürgen Großmann den Atom- und Kohle-Konzern RWE abzuschalten. „Zwar ist diese Erkenntnis um Jahre überfällig, doch ist eine späte Einsicht besser als gar keine. Anti-Atom Aktivist_innen werden Herrn Großmann auch in Zukunft unterstützen dieses Ziel in die Tat umzusetzen.“ kommentiert ein Wollknäuelwerfer.

Alle Videos zum 20. April 2011 findet ihr in der „RWE abschalten“ Playlist.

Tumulte bei RWE-Hauptversammlung

Am Mittwoch, den 20.04.2011, schafften es einige hundert Demonstranten die RWE-Jahreshauptversammlung um eine halbe Stunde zu verzögern. In der Grugahalle wurde die Rede von Konzernchef Großmann massiv gestört. Die Atomkraftgegner empörten sich über RWE’s skrupellosen Atomkurs.

Sitzblockaden, Wollknäule und Transparente prägten am Mittwoch ab 08.00 Uhr morgens den Vorplatz der Grugahalle in Essen. Die Atomkraftgegner meinen es offensichtlich ernst: Transparente werden entrollt, Wollknäule fliegen durch die Luft, eine Sitzblockade formiert sich in der einige ihre Arme sogar durch Rohre miteinander verbinden. Für eine Weile geht nichts mehr am Eingang, niemand kommt durch. Polizisten schubsen junge Menschen mit Sonnen-Masken mal in die eine mal in die andere Richtung. Die nachkommenden Aktionäre die auf die Hauptversammlung wollen stauen sich auf dem Platz, einige verheddern sich in den Wollfäden, dem sogenannten Widerstandsnetz.

„RWE beweist eindrucksvoll das ein undemokratisches Organ wie ein Energiekonzern nicht in der Lage ist im Interesse der Menschen zu handeln.“, erklärt Michaela Müller von der Kampagne „RWE Abschalten“, die zu den Blockaden aufgerufen hat. „Die Mehrheit in Deutschland ist gegen Atomstrom, doch Großmann sagt selbst das er nur die Interessen seiner Aktionäre schützt, also kurz gesagt den Profit.“ Zwei Stunden lang halten die Anti-Atom-Demonstranten die Blockade. Das, für eine RWE-Jahreshauptversammlung sicherlich ungewöhnlich große, Polizeiaufgebot hat Mühe, einen kleinen Korridor für die ankommenden Aktionäre frei zu halten. Immer wieder rufen die Demonstranten den Aktionären zu: „Eure Renditen auf Kosten von Generationen“ und „Schämt euch!“.

Proteste auch in der Hauptversammlung

Auch im Veranstaltungssaal reißt der Protest nicht ab. Die Rede des Konzernchefs Großmann wird immer wieder von lauten „abschalten“ Rufen unterbrochen. Transparente gegen Atomkraft werden hochgehalten. Einige Aktionäre empören sich und werden handgreiflich, versuchen die Transparente zu entwenden. „Atombosse nach Fukushima“ ist auf einem Transparent zu lesen. Großmann lässt sich davon zu einem unangebrachten Witz hinreißen. Beinahe stürmen einige Atomkraftgegner die Rednerbühne. Der Sicherheitsdienst hat alle Hände voll zu tun und geht rabiat gegen die Aktivisten vor. Auf dem Weg nach draußen wird eine Person von Sicherheitsleuten der Firma Kötter fast über eine Brüstung in zehn Meter Tiefe geschubst.

Der Atom Lobbyist Großmann bleibt derweil stur bei seinem Kurs. Kritische Stimmen unter den Aktionären versucht er mit guten Renditen Aussichten zu beruhigen. Schließlich setzt er auf die letzte Karte und droht mit steigenden Strompreisen und davon bedrohten Industriezweigen. „Es ist für mich unverständlich, wie Herr Großmann die Zeichen der Zeit nicht sehen kann und die Atomkraft weiterhin verteidigt“, kommentiert der kritische Aktionär Alexander Schmidt die Ereignisse im Saal. Die Botschaft des breiten Bündnisses der Atomkraftgegner an diesem Tag jedoch war nicht überhörbar und allgegenwärtig:

Abschalten!

Einen Pressespiegel, sowie Bildergalerien findet ihr in der Kathegorie Presse.

Update: Treffpunkt 8:30 Uhr am Einlass

Neuer Treffpunkt für Mittwoch: 8:30 Uhr (pünktlich!) am Einlass der Grugahalle. Kleidet euch als Aktionär_innen: Kommt im Anzug oder gehobener Freizeitkleidung.

Zur aktuellen Situation in Essen: RWE lässt sich nicht lumpen, die komplette Grugahalle ist von einer Zeltstadt umgeben. Am Zelthaupteingang wird es die Kartenkontrolle geben, weiter drinnen die Sicherheitskontrolle. Weitere Absperrgitter stehen bereit.

Wir wünschen allen viel Erfolg und freuen uns auf einen spannenden Tag!

Infoupdate zur RWE-Hauptversammlung

Es ist an der Zeit, den Druck auf die Atomwirtschaft zu erhöhen! Aktivist_innen der Kampagne „RWE abschalten“ kündigen an, erstmalig in der Geschichte der BRD die Jahreshauptversammlung eines DAX-30 Unternehmes zu blockieren. Am Mittwoch, den 20. April 2011 hält der RWE-Konzern seine Hauptversammlung mit mehreren tausend Aktionär_innen in der Essener Grugahalle ab. Diese soll durch Blockaden und Aktionen des Zivilen Ungehorsams verhindert werden. Im Folgenden wollen wir euch eine Vorstellung davon geben, wie wir dies gemeinsam erreichen können.

Inhalt:

Hintergrund | Anreise | Blockaden | Technix

Hintergrund

Während die Atomkatastrophe in Japan nach wie vor außer Kontrolle ist, klagt RWE bereits gegen die vorübergehende Abschaltung seines berüchtigten Pannenreaktors in Biblis. Dieser hält mit insgesamt 843 registrierten Störfällen den traurigen Rekord als unsicherster Meiler der Bundesrepublik. Aus der Sicht von RWE ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar, stellt doch der marode aber bereits abgeschriebene Reaktor für den Konzern eine wahre Gelddruckmaschine dar. Für die Rendite seiner Aktionäre ist dem RWE-Konzern offenbar kein Risiko zu groß. Es reicht! Wir nehmen die machtbewusste Selbstinszenierung des RWE-Konzerns nicht weiter hin. Die Jahreshauptversammlung ist eine gute Gelegenheit, ein unmissverständliches Zeichen gegen die Atomwirtschaft zu setzen. Gemeinsam wollen wir an diesem Tag bewusst einen Schritt über den Straßenprotest der letzten Tage und Wochen hinausgehen, indem wir dieses Konzerntreffen mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams stören und blockieren.

Weitere Infos: „RWE abschalten“ Aufruf | Mobi-Jingle

Anreise

Am Dienstag Abend wird es im AZ Mülheim ab 18 Uhr ein Blockadetraining sowie letzte Infos zu den Aktionen gegen die RWE-Jahreshauptversammlung geben. Außerdem wird eine Schlafplatzbörse eingerichtet, um Übernachtungsmöglichkeiten für Leute von außerhalb zu bieten. Für den Mittwoch selbst gilt: früh aufstehen! Der Blockadebeginn ist pünktlich um 8:30 Uhr an der Essener Grugahalle.

Blockaden

Unser Plan ist, dass alle Blockierer_innen gut verkleidet, das heißt für die Polizei nicht von den Aktionär_innen unterscheidbar, direkt vor die Gruga-Halle strömen, um dann auf ein akustisches Signal hin den Eingang zu blockieren. Dabei ist es jeder einzelnen Person überlassen, dabei zu stehen, zu sitzen oder zu liegen. Wir freuen uns über alles. Seid also kreativ und denkt euch etwas Überraschendes aus. Die Erfahrung der letzten Jahre bei ähnlichen Veranstaltungen in der Gruga-Halle ist, dass vor dem Haupteingang ein großes Zelt aufgebaut wird, welches als Schleuse genutzt wird. Dieses Nadelöhr muss dicht gemacht werden! Sollten Menschen von der Polizei daran gehindert werden, bis vor die Grugahalle zu gelangen, so sind in der Nähe Kundgebungen von verschiedenen Anti-Atom Initiativen angemeldet, die als Anlaufpunkte dienen können.

Eine ergänzende Idee ist, mit Wollknäulen (die sich beim Werfen gut abwickeln), ein dichtes Netz zu spannen, um damit das Reinkommen zu erschweren. Also bringt reichlich Wolle mit.

Für den 20.4. haben wir eine kleine Check-Liste („Blockadekit“) zusammengestellt, was ihr beachten und mitnehmen solltet und was ihr lieber zu Hause lasst.

Technix

  • Ticker: m.twitter.com/rweabschalten
    (Infoticker für internetfähige Handys)
  • EA/Legal Team: 0170-9587488
    (von 8.00 – 14.00 Uhr, kein Infotelefon)
  • Out-of-Action: 0151-10268469
    (emotionale 1. Hilfe für Aktivist_innen)

Achtet auf kurzfristige Ankündigungen am Dienstag Abend bzw. Mittwoch:
rweabschalten.blogsport.de | twitter.com/rweabschalten

Blockadetraining vor dem RWE-Tower

Erfolgreiches Probesitzen als Vorbereitung auf die Blockade der RWE-Jahreshauptversammlung am 20.04.

Am Montag, den 18.04., fand um 19:15 Uhr nach der montäglichen Anti-Atom-Mahnwache vor dem RWE-Tower ein öffentliches Blockadetraining als Vorbereitung auf die RWE-Jahreshauptversammlung statt. Ca. 150 Menschen setzten sich auf das RWE-Gelände für eine symbolische Blockade. Am Mittwoch, den 20.04. wollen Anti-Atom-Aktivisten die Aktionärsjahreshauptversammlung mit einer Menschenblockade verhindern, um so ihrer Forderung nach einer sofortigen und weltweiten Abschaltung aller Atommeiler Ausdruck zu verleihen.

„Fukushima mahnt“ und „Abschalten.Sofort.Weltweit.“ ist auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima finden in Essen, wie in vielen anderen Städten bundesweit auch, jeden Montag Abend Anti-Atom-Mahnwachen statt, um der Opfer zu gedenken und die Forderungen nach einem Atomausstieg publik zu machen. Aber am Montag, den 18.04. sollte es nicht nur dabei bleiben. Nach der Schweigeviertelstunde vor dem RWE-Tower fängt ein öffentliches Probesitzen auf dem RWE-Gelände an. „Zum einen geht es darum, RWE zu zeigen, dass der Blockadeaufruf für den 20.04. ernst gemeint ist“, so Michaela Müller, Anti-Atom-Aktivistin. „Zum anderen wollen wir allen, die noch nie bei einer Blockade mitgemacht haben die Möglichkeit geben, sich optimal auf kommenden Mittwoch vor zu bereiten.“ Ein junger Mann führt durch das kurze Training und zeigt den Demonstranten, welche Möglichkeiten einer Blockade es gibt. Nach der Erklärung wählen ca. 150 Menschen die Sitzblockade als ihre Aktionsform, positionieren sich auf dem RWE-Gelände und rufen „Abschalten“. Wie lässt man sich am schwersten wegtragen, um die Sitzblockade so lange wie möglich zu halten? Auch hierfür wurde gesorgt: Vier mit Müllsäcken und einem Spielzeug-Polizeiauto als Polizisten verkleidete Personen wollen die Blockade räumen. „Aber das ist ja nur eine Übung und wir wollen unsere Polizisten ja jetzt auch nicht überanstrengen“, kommentiert der junge Mann am Megaphon und beendet damit das Training. „Ihr seid einfach zu viele für die anwesenden Polizisten, genau so muss das sein.“

Die Aktivisten wollen mit der Kampagne „RWE abschalten“ den Druck auf RWE erhöhen, komplett aus der Atomkraft aus zu steigen. Am kommenden Mittwoch, 20.04., wollen sie ab 08.00 Uhr den Eingang zur Grugahalle in Essen blockieren, um die Aktionärsjahreshauptversammlung zu verhindern. „Eine Selbstbeweihräucherung von RWE können wir nicht akzeptieren“, so Alex Schmidt, langjähriger Klimaaktivist. „Wir fordern den Konzern auf, seine Klage gegen das Atommoratorium zurück zu nehmen und die Energiewende hin zu regenerativen Energien zu voll ziehen.“ Dabei wollen die Blockierer keine Kompromisse eingehen. „Die Laufzeitverlängerung der Atommeiler in Deutschland und die Katastrophe von Fukushima haben gezeigt, dass die Konzerne versuchen, mit der tödlichen Atomkraft so lange wie möglich Geld zu verdienen“, kommentiert Silke Freiberg die Ereignisse der letzten Wochen. „Mit den Lügen einer angeblichen Brückentechnologie ist jetzt Schluss. Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen. Sofort und Weltweit.“

Der Atomriese RWE hatte gegen das Atommoratorium der Bundesregierung geklagt und will damit erreichen, dass die Meiler in Biblis wieder ans Netz genommen werden. Mit 843 registrierten Störfällen sind die beiden Meiler die unsichersten Atomanlagen in ganz Deutschland.

Interview mit Aktivist_innen

Blockade der RWE-Hauptversammlung in Essen geplant

Am 20. April 2011 soll die Jahreshauptversammlung der RWE-Aktionär_innen in Essen von 8.00 bis 13:00 Uhr blockiert werden. Wir interviewten zwei Aktivist_innen der Aktion gegen die RWE-Jahreshauptversammlung und fragten nach der Motivation für die Blockade und an was alles gedacht werden muss, wenn mensch sich an der Aktion beteiligen möchte.

Hallo, ihr seid in der Vorbereitung für die Blockade-Aktionen gegen die RWE-Jahreshauptversammlung der Aktionär_innen. Erzählt doch mal, wieso ihr die Hauptversammlung von RWE blockieren wollt.

Ruth Wech: Die Atomkatastrophe in Fukushima brachte in den letzten Wochen Hunderttausende auf die Straße. Als Reaktion auf den massenhaften Protest bemüht sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition zurzeit um Schadensbegrenzung. Hatte sie vor einem Jahr noch die Laufzeitverlängerung der AKWs gegen massiven Widerstand durchgesetzt, so vollzieht sie nun eine hektische PR-Wende. Um die Atomwirtschaft durch ihre aktuelle Akzeptanzkrise zu bringen, versucht sie mit inszenierter Betroffenheit und einem dreimonatigen Moratorium, ihre Wähler_innenschaft zu beruhigen.
Dieses Kalkül geht bis jetzt nicht auf. Der Mehrheit der Menschen ist klar geworden, dass die Atomkraft keine Brücke, sondern vielmehr eine lebensgefährliche Sackgasse darstellt. Doch die Appelle Tausender auf Kundgebungen und Mahnwachen scheinen die Atomkonzerne nicht zum Einlenken zu bewegen.

Andi Tohm: Während die Meiler in Fukushima noch brennen, klagt RWE bereits gegen die vorübergehende Abschaltung seines berüchtigten Pannenreaktors Biblis A. Dieser hält mit insgesamt 843 registrierten Störfällen den traurigen Rekord als unsicherster Meiler der Bundesrepublik. Aus der Sicht von RWE ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar; stellt doch der marode, aber bereits abgeschriebene Reaktor für den Konzern eine wahre Gelddruckmaschine dar. Für die Rendite seiner Aktionär_innen ist dem RWE-Konzern offenbar kein Risiko zu groß.
Zusätzlich zu der extrem lebensgefährlichen Atom-Technologie ist der RWE-Konzern allerdings auch der größte CO2 -Luftverpesster Europas und betreibt im rheinischen Braunkohlerevier einen zerstörerischen Tagebau.

Nun ist der RWE-Konzern nur einer von vier Großkonzernen, die in Deutschland das Stromgeschäft unter sich aufgeteilt haben. Warum gerade RWE?

Ruth Wech: Natürlich sind Eon, EnBW und Vattenfall genauso schlimm wie RWE. Wir sind auf RWE gekommen, weil sie nach den Großdemonstrationen in den letzten Wochen gegen Atomkraft die ersten sind, die eine Jahreshauptversammlung abhalten. Und genau jetzt ist es sehr wichtig, anzufangen, den Druck auf die Konzerne zu erhöhen. Wir wünschen uns natürlich sehr, dass es auch massive Aktionen gegen die Eon-Hauptversammlung am 5. Mai. -ebenfalls in der Gruga-Halle- geben wird. Am Besten sollte die Massen-Blockade der RWE-Hauptversammlung ein Auftakt sein, die monopolistischen Atom- und CO2 -Stromerzeuger anzugreifen, um letztlich eine Energieversorgung zu erreichen, die den Menschen und der Umwelt gerecht wird. Die Entscheidungsgewalt, wo, wie und wie viel Strom erzeugt wird, sollte bei allen Menschen liegen! Der erste Schritt muss die Abschaltung aller Atomanlagen sein.

Also gut, es scheint also eine sehr wichtige und sinnvolle Aktion zu sein. Was ist denn euer genauer Plan? Was haben wir zu erwarten? Was ist zu tun am Mittwoch, den 20. April um 8:00 Uhr morgens?

Andi Tohm: Also, das Ziel ist ganz klar, die Aktionärsversammlung zu blockieren! Der Blockadebeginn ist pünktlich um 8:00 Uhr. Unser Plan ist, dass wir Blockierer_innen gut verkleidet, das heißt für die Polizei nicht von den Aktionär_innen unterscheidbar, direkt vor die Gruga-Halle strömen, um dann auf ein akustisches Signal hin den Eingang zu blockieren. Ob die Menschen dabei sitzen, liegen oder stehen ist uns dabei total egal. Wir freuen uns über alles. Seid also kreativ und denkt euch was Überraschendes aus.

Ruth Wech: Die Erfahrung der letzten Jahre bei ähnlichen Veranstaltungen in der Gruga-Halle ist, dass vor dem Haupteingang ein großes Zelt aufgebaut wird, welches als Schleuse genutzt wird. Dieses Nadelöhr muss dicht gemacht werden!
Eine ergänzende Idee ist, mit Wollknäulen (solche, die sich beim Werfen gut abwickeln) oder anderen Fäden, ein dichtes Netz zu spannen, um damit das Reinkommen zu erschweren. Also bringt reichlich Wolle mit.

Wie schätzt ihr die mögliche Repression ein?

Andi Tohm: Es kann natürlich passieren, dass die Polizei hart vorgehen wird, um einen reibungslosen Ablauf der Aktionärsversammlung zu garantieren. Es ist aber auch denkbar, dass schlechte Presse-Bilder befürchtet werden und die Polizei sich gesittet verhält. In jedem Fall sollten wir alles geben, um die Blockade wirkungsvoll zu gestalten.
Außerdem ist es wichtig, gut ausgeschlafen und nüchtern zu sein, sich was zu essen und trinken mitzubringen, den Ausweis nicht zu vergessen und bei gutem Wetter an die Sonnenschirme zu denken. Kommt nicht alleine sondern mit Freund_innen, mit denen ihr euch vorher über eure Ängste oder andere Probleme unterhalten habt.

Könnten sich interessierte Personen auch noch mal außerhalb des Internets informieren? Gibt es Schlafplätze?

Andi Tohm: Ja, das ist natürlich sehr wichtig. Es wird die Möglichkeit geben, von Dienstag auf Mittwoch im AZ Mülheim zu übernachten. Dort wird es am Dienstag ab 18:00 Uhr auch noch die letzten Infos sowie ein Aktionstraining geben. Es lohnt sich also auf jeden Fall, vorbei zu schauen.

Ruth Wech: Außerdem findet am Montag im Anschluss an die Essener Anti-Atom-Demo ein Blockadetraining vor der RWE-Zentrale statt.
Vielen Dank für das Interview. Kommt alle am 20. April um 8:00 zur Gruga-Halle und zeigt RWE, was ’ne Harke ist.

RWE abschalten!
Sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit!

Ein weiteres Interview findet ihr als Audiobeitrag bei Radio Dreyeckland.

Klimaaktivisten machen ernst

Klimaaktivisten machen ernst: Öffentliches Blockadetraining vor dem RWE-Tower zur Vorbereitung der Blockade der Aktionärsjahreshauptversammlung am 20.04.2011

Anti-Atom-Aktivisten aus dem Bundesgebiet planen für Mittwoch, den 20.04.2011 eine Massenblockade der RWE-Aktionärsjahreshauptversammlung, um nach eigenen Angaben Druck auf den Stromkonzern für einen sofortigen Atomausstieg aus zu üben. Am Montag, den 18.04.2011 soll nach der Anti-Atom-Mahnwache ein öffentliches Blockadetraining um 19 Uhr vor dem RWE-Tower in Essen stattfinden.

Der zweitgrößte Energiekonzern Deutschlands steht nicht erst seit seiner Klage gegen das Atom-Moratorium der Bundesregierung in der Kritik der Klimaaktivisten. „25 Jahre nach Tschernobyl und mitten in der Katastrophe von Fukushima erdreisten sich die Konzernchefs, die Atomkraft noch immer als Brückentechnologie zu bezeichnen,“ kommentiert der Atomgegner Alex Schmidt die Ereignisse in den letzten Wochen. „Dabei zeigt die Politik der Atomkonzerne nach Fukushima, dass ihnen Bürgerwille und Menschenleben egal sind. Es geht offensichtlich nur um den Profit.“ In den letzten Wochen fanden viele Demonstrationen in ganz Deutschland statt, auf denen der sofortige Atomausstieg gefordert wurde. Laut Greenpeace und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ist ein kompletter Ausstieg aus der Atomkraft in kürzester Zeit machbar. Die Aktivisten der Kampagne „RWE abschalten“ wollen sich am 20.04. sogar für eine sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und der Rekommunalisierung des Konzerns einsetzen. Mit einer Massenblockade, die die Aktionärsjahreshauptversammlung verhindern soll, wollen sie den Konzern unter Druck setzen. „Es muss jetzt unbedingt ein markantes Zeichen gesetzt werden, damit die Stromkonzerne einsehen, dass die Forderung nach einem kompletten Atomausstieg ernst gemeint ist“, so Michaela Müller, ebenfalls Klimaschützerin. RWE sei dabei nur exemplarisch für alle Stromkonzerne ausgesucht worden, die Strom aus Atomkraft produzieren.

Um den „Ernstfall“ zu proben, soll es am Montag, den 18.04.2011, nach der Anti-Atom-Mahnwache ein öffentliches Blockadetraining vor dem RWE-Tower in Essen geben. „Die Orte sind verschieden, aber das Konzept ist dasselbe“, erklärt Michaela Müller das Vorgehen. Am 20.04. soll der Haupteingang der Grugahalle in Essen massenhaft blockiert werden, damit die Aktionäre ihr Ziel nicht erreichen und die Jahreshauptversammlung so verhindert werden kann. „Welche Möglichkeiten einer Blockade es gibt – ob sitzend, stehend oder mit Hilfe von anderen kreativen Mitteln – soll am 18.04. um 19 Uhr vor dem RWE-Tower gezeigt werden“, berichtet Silke Freiberg. Auf die Blockade selbst sind die Aktivisten gut vorbereitet: „Die Proteste aus den letzten Jahren auf dieser Versammlung haben gezeigt, dass der größte Besucheransturm um 09.00 Uhr stattfindet. Genau dann soll blockiert werden, denn hier geht es nicht um eine symbolische Blockade. Es geht darum RWE zu zeigen, dass die Bürger den sofortigen Atomausstieg von den Konzernen fordern, nicht erbitten“, so Michaela Müller entschlossen.

Während der Stromkonzern EnBW eine Klage gegen das Atom-Moratorium der Bundesregierung ausgeschlossen hat, beharrt RWE mit ihrer Anfang April eingereichten Klage weiterhin darauf, dass die Reaktoren Biblis A und Biblis B wieder ans Netz genommen werden und hat die Zahlungen in den Ökofonds gestoppt. Die beiden Meiler sind mit 843 registrierten Störfällen nicht nur die ältesten, sondern auch die unsichersten in ganz Deutschland.

Atomausstieg bleibt Handarbeit

Aktivisten nehmen den Atomausstieg selbst in die Hand:
Blockade der RWE-Jahreshauptversammlung beabsichtigt

Anti-Atom- und Klimaaktivisten bundesweit planen für den 20.04.2011 eine Blockade der Jahreshauptversammlung des Energiekonzerns RWE in Essen. Mit vielfältigen Aktionen zivilen Ungehorsams wollen die Aktivisten den Druck auf den Konzern erhöhen und fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Als größter deutscher Energiekonzern hat RWE gegen die Abschaltung der beiden störanfälligen Reaktoren in Biblis als Reaktion auf den Gau in Fukushima geklagt. Die Meiler sind mit insgesamt 843 registrierten Störfällen die unsichersten und ältesten der Bundesrepublik. Auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns in der Grugahalle in Essen wird der Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann einen neuen Jahresrekordgewinn von 7100 Millionen Euro verkünden. „Dieses Ergebnis ist nur möglich durch den Betrieb hochriskanter Atomkraftwerke und klimaschädlicher Braunkohlekraftwerke, welche jetzt schon große Schäden und gesellschaftliche Folgekosten verursachen“, so Atomgegnerin Michaela Müller. „Die nackte Profitgier scheint dem Konzern eindeutig wichtiger zu sein als das Wohlergehen Bevölkerung.“

„Wir stehen an ein einem entscheidenden Wendepunkt“, so Anti-Atom-Aktivistin Silke Freiberg. Entweder gelinge der Gesellschaft jetzt der Atomausstieg und eine demokratische Energiewende oder die Vorherrschaft der Energiekonzerne bleibe weiter gesichert, „mit fatalen Konsequenzen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen dieser und der zukünftigen Generationen. Da ein energiepolitisches Einlenken des größten Energiekonzerns nicht abzusehen sei, fordern die Aktivisten die entflechtung und Rekommunalisierung von RWE. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen sie bewusst einen Schritt weiter als eine Demonstration und wollen die Jahreshauptversammlung mit einer Blockade verhindern.“Damit wir nicht wieder, wie nach Tschernobyl, 25 Jahre auf den nächsten SuperGAU warten müssen ohne dass Politik und Konzerne die Notwendigkeit der Energiewende erkennen und danach handeln“, gibt der Aktivist Alex Schmidt entschlossen zu bedenken.

RWE-Jahreshauptversammlung blockieren!

RWE abschalten
- RWE-Jahreshauptversammlung der Aktionär_innen blockieren!

Mittwoch 20. April 2011 | 8:00 Uhr | Grugahalle Essen

Die Atomkatastrophe in Fukushima brachte in den letzten Wochen Hunderttausende von Menschen auf die Straße. Als Reaktion auf den massenhaften Protest bemüht sich die schwarzgelbe Regierungskoalition zurzeit um Schadensbegrenzung. Hatte sie vor einem Jahr noch die Laufzeitverlängerung der AKWs gegen massiven Widerstand durchgesetzt, so vollzieht sie nun eine hektische PR-Wende. Um die Atomwirtschaft durch ihre aktuelle Akzeptanzkrise zu bringen, versucht sie mit inszenierter Betroffenheit und einem dreimonatigen Moratorium, ihre Wählerschaft zu beruhigen.

Dieses Kalkül geht bis jetzt nicht auf. Der Mehrheit der Menschen ist klar geworden, dass die Atomkraft keine Brücke, sondern vielmehr eine lebensgefährliche Sackgasse darstellt. Doch die Appelle Tausender auf Kundgebungen und Mahnwachen scheinen die Atomkonzerne nicht zum Einlenken zu bewegen.

Während die Meiler in Fukushima noch brennen, klagt RWE bereits gegen die vorübergehende Abschaltung seines berüchtigten Pannenreaktors in Biblis. Dieser hält mit insgesamt 843 registrierten Störfällen den traurigen Rekord als unsicherster Meiler der Bundesrepublik. Aus der Sicht von RWE ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar, stellt doch der marode aber bereits abgeschriebene Reaktor für den Konzern eine wahre Gelddruckmaschine dar. Für die Rendite seiner Aktionäre ist dem RWE-Konzern offenbar kein Risiko zu groß.

Durch die Einreichung dieser Klage profiliert sich der RWE-Konzernchef Großmann wieder einmal als skrupelloser Hardliner der deutschen Atomwirtschaft. Bereits letztes Jahr machte Großmann als besonders eifriger Atomlobbyist von sich reden. Mittels einer von ihm initiierten Anzeigenkampagne sollte, als Vorbereitung auf die geplante Laufzeitverlängerung, dem Wähler die Atomenergie als eine notwendige und sichere „Brückentechnologie“ verkauft werden.

Mit seiner Politik unterstreicht der Konzern, dass er auch aus der aktuellen Atomkatastrophe nichts gelernt hat. Als Größter der vier deutschen Energiemonopolisten steht der RWE-Konzern exemplarisch für eine überholte und risikoreiche Energiepolitik, die auf eine zentralistische Versorgung durch Großkraftwerke setzt. Neben seiner Atomsparte betreibt RWE im Rheinischen Braunkohlerevier einen zerstörerischen Tagebau und ist mit seinen Braunkohlekraftwerken zugleich der größte CO2-Verschmutzer Europas. Doch weder Atomkraft noch klimaschädliche (Braun)Kohleprojekte stellen eine annehmbare Alternative dar.

Eine wirkliche Energiewende hin zu einer regenerativen und dezentralisierten Stromversorgung ist mit den monopolistisch organisierten Stromkonzernen nicht zu machen. Der ursprünglich aus dem Zusammenschluss von kommunalen Energieversorgern entstandene RWE-Konzern muss deshalb zerschlagen werden. Deswegen fordern wir neben dem sofortigen Atomausstieg eine Rekommunalisierung der Energieversorger.

Am 20. April will der RWE-Konzern in der Essener Grugahalle seine Jahreshauptversammlung abhalten. Auf dieser Versammlung sollen auch die weiteren Strategien zur Sicherung der konzerneigenen Atomanlagen vorgestellt werden. Bereits jetzt ist klar, dass RWE sich hier wieder als umweltbewusster und sicherheitsorientierter Anlagenbetreiber darzustellen versucht.

Es reicht! Wir nehmen die machtbewusste Selbstinszenierung des RWE-Konzerns nicht weiter hin. Die Jahreshauptversammlung ist eine gute Gelegenheit, ein unmissverständliches Zeichen gegen die Atomwirtschaft zu setzen. Gemeinsam wollen wir an diesem Tag bewusst einen Schritt über den Straßenprotest der letzten Tage und Wochen hinausgehen, indem wir dieses Konzerntreffen mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams stören und blockieren.

Wie immer wird unser Widerstand bunt und vielseitig sein. Seid kreativ.
Gemeinsam können wir die RWE-Aktionärsversammlung an diesem Tag abschalten.

Atomausstieg bleibt Handarbeit!

Einladung zur Anti-Atom-Vollversammlung

RWE investiert weiter in Atomkraft und Kohlekraftwerke
Denkt RWE wirklich an folgende Generationen?

Die RWE AG zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Energieversorgern und ist der größte Stromerzeuger in Deutschland. Ihre Kerngeschäftsfelder sind Strom und Gas. Der Konzern wirbt gerne großspurig mit Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, Anstrengungen in den Ausbau Erneuerbarer Energien und mit Investitionen in die vermeintlich ökologisch vorzeigbare CCS-Technologie (Carbon Capture Storage). Schaut mensch jedoch hinter die Fassade, wird deutlich, dass die konventionelle Form der Energiegewinnung in Großkraftwerken für die kommenden Jahrzehnte manifestiert werden soll.
Die RWE AG rühmt sich zwar mit der Beteiligung an kleinen Umweltprojekten und dem Einsatz für soziale Belange, dies steht allerdings im krassen Gegensatz zu den Auswirkungen der großen Vorzeigeprojekte auf Umwelt und Gesellschaft. Pläne der RWE AG, eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Deutschland durchzudrücken, sowie die Beteiligung am Neubau diverser Atomkraftwerke in Osteuropa und Großbritannien stellen aufgrund des hohen Risikos von menschlichem Versagen, technischen Pannen und der Gefahr von Terroranschlägen sowie der unlösbar scheinenden Frage der Endlagerung des anfallenden Atommülls keine verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Alternative dar.

Deswegen ist es an der Zeit, den RWE-Konzern für seine Machenschaften in der Atomwirtschaft in die Verantwortung zu nehmen!

Der Plan: Am Mittwoch, den 20. April 2011, hält die RWE AG ihre Jahreshauptversammlung in der Essener Grugahalle ab. Diese wollen wir belagern – abschalten.

Um das gemeinsam mit euch zu diskutieren, laden wir am Sonntag, den 3. April 2011 um 14 Uhr, zu einer Anti-Atom-Vollversammlung nach Bochum im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer ein.

Anti-Atom-Plena und Aktivist*innen aus dem Westen



Skyline Essen