Blockadetraining vor dem RWE-Tower

Erfolgreiches Probesitzen als Vorbereitung auf die Blockade der RWE-Jahreshauptversammlung am 20.04.

Am Montag, den 18.04., fand um 19:15 Uhr nach der montäglichen Anti-Atom-Mahnwache vor dem RWE-Tower ein öffentliches Blockadetraining als Vorbereitung auf die RWE-Jahreshauptversammlung statt. Ca. 150 Menschen setzten sich auf das RWE-Gelände für eine symbolische Blockade. Am Mittwoch, den 20.04. wollen Anti-Atom-Aktivisten die Aktionärsjahreshauptversammlung mit einer Menschenblockade verhindern, um so ihrer Forderung nach einer sofortigen und weltweiten Abschaltung aller Atommeiler Ausdruck zu verleihen.

„Fukushima mahnt“ und „Abschalten.Sofort.Weltweit.“ ist auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima finden in Essen, wie in vielen anderen Städten bundesweit auch, jeden Montag Abend Anti-Atom-Mahnwachen statt, um der Opfer zu gedenken und die Forderungen nach einem Atomausstieg publik zu machen. Aber am Montag, den 18.04. sollte es nicht nur dabei bleiben. Nach der Schweigeviertelstunde vor dem RWE-Tower fängt ein öffentliches Probesitzen auf dem RWE-Gelände an. „Zum einen geht es darum, RWE zu zeigen, dass der Blockadeaufruf für den 20.04. ernst gemeint ist“, so Michaela Müller, Anti-Atom-Aktivistin. „Zum anderen wollen wir allen, die noch nie bei einer Blockade mitgemacht haben die Möglichkeit geben, sich optimal auf kommenden Mittwoch vor zu bereiten.“ Ein junger Mann führt durch das kurze Training und zeigt den Demonstranten, welche Möglichkeiten einer Blockade es gibt. Nach der Erklärung wählen ca. 150 Menschen die Sitzblockade als ihre Aktionsform, positionieren sich auf dem RWE-Gelände und rufen „Abschalten“. Wie lässt man sich am schwersten wegtragen, um die Sitzblockade so lange wie möglich zu halten? Auch hierfür wurde gesorgt: Vier mit Müllsäcken und einem Spielzeug-Polizeiauto als Polizisten verkleidete Personen wollen die Blockade räumen. „Aber das ist ja nur eine Übung und wir wollen unsere Polizisten ja jetzt auch nicht überanstrengen“, kommentiert der junge Mann am Megaphon und beendet damit das Training. „Ihr seid einfach zu viele für die anwesenden Polizisten, genau so muss das sein.“

Die Aktivisten wollen mit der Kampagne „RWE abschalten“ den Druck auf RWE erhöhen, komplett aus der Atomkraft aus zu steigen. Am kommenden Mittwoch, 20.04., wollen sie ab 08.00 Uhr den Eingang zur Grugahalle in Essen blockieren, um die Aktionärsjahreshauptversammlung zu verhindern. „Eine Selbstbeweihräucherung von RWE können wir nicht akzeptieren“, so Alex Schmidt, langjähriger Klimaaktivist. „Wir fordern den Konzern auf, seine Klage gegen das Atommoratorium zurück zu nehmen und die Energiewende hin zu regenerativen Energien zu voll ziehen.“ Dabei wollen die Blockierer keine Kompromisse eingehen. „Die Laufzeitverlängerung der Atommeiler in Deutschland und die Katastrophe von Fukushima haben gezeigt, dass die Konzerne versuchen, mit der tödlichen Atomkraft so lange wie möglich Geld zu verdienen“, kommentiert Silke Freiberg die Ereignisse der letzten Wochen. „Mit den Lügen einer angeblichen Brückentechnologie ist jetzt Schluss. Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen. Sofort und Weltweit.“

Der Atomriese RWE hatte gegen das Atommoratorium der Bundesregierung geklagt und will damit erreichen, dass die Meiler in Biblis wieder ans Netz genommen werden. Mit 843 registrierten Störfällen sind die beiden Meiler die unsichersten Atomanlagen in ganz Deutschland.




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