Atomausstieg bleibt Handarbeit

Aktivisten nehmen den Atomausstieg selbst in die Hand:
Blockade der RWE-Jahreshauptversammlung beabsichtigt

Anti-Atom- und Klimaaktivisten bundesweit planen für den 20.04.2011 eine Blockade der Jahreshauptversammlung des Energiekonzerns RWE in Essen. Mit vielfältigen Aktionen zivilen Ungehorsams wollen die Aktivisten den Druck auf den Konzern erhöhen und fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Als größter deutscher Energiekonzern hat RWE gegen die Abschaltung der beiden störanfälligen Reaktoren in Biblis als Reaktion auf den Gau in Fukushima geklagt. Die Meiler sind mit insgesamt 843 registrierten Störfällen die unsichersten und ältesten der Bundesrepublik. Auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns in der Grugahalle in Essen wird der Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann einen neuen Jahresrekordgewinn von 7100 Millionen Euro verkünden. „Dieses Ergebnis ist nur möglich durch den Betrieb hochriskanter Atomkraftwerke und klimaschädlicher Braunkohlekraftwerke, welche jetzt schon große Schäden und gesellschaftliche Folgekosten verursachen“, so Atomgegnerin Michaela Müller. „Die nackte Profitgier scheint dem Konzern eindeutig wichtiger zu sein als das Wohlergehen Bevölkerung.“

„Wir stehen an ein einem entscheidenden Wendepunkt“, so Anti-Atom-Aktivistin Silke Freiberg. Entweder gelinge der Gesellschaft jetzt der Atomausstieg und eine demokratische Energiewende oder die Vorherrschaft der Energiekonzerne bleibe weiter gesichert, „mit fatalen Konsequenzen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen dieser und der zukünftigen Generationen. Da ein energiepolitisches Einlenken des größten Energiekonzerns nicht abzusehen sei, fordern die Aktivisten die entflechtung und Rekommunalisierung von RWE. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen sie bewusst einen Schritt weiter als eine Demonstration und wollen die Jahreshauptversammlung mit einer Blockade verhindern.“Damit wir nicht wieder, wie nach Tschernobyl, 25 Jahre auf den nächsten SuperGAU warten müssen ohne dass Politik und Konzerne die Notwendigkeit der Energiewende erkennen und danach handeln“, gibt der Aktivist Alex Schmidt entschlossen zu bedenken.




Skyline Essen